ILS Traunstein startet im Januar 2010

Der Bau der künftigen Integrierten Leitstelle (ILS) in Traunstein mit Adresse Gewerbepark Kaserne 15 a macht große Schritte in Richtung Inbetriebnahme. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann wird den gut 3,9 Millionen Euro teuren Neubau am 14. Januar 2010 um 13 Uhr seiner Bestimmung übergeben.

Das Herzstück der künftigen Integrierten Leitstelle (ILS) in Traunstein: Der Saal mit den Einsatzleitplätzen, an denen künftig die Disponenten Notrufe in Sachen Rettungsdienst und Feuerwehr entgegennehmen. Der Kreisbrandrat von Altötting, Werner Huber (links), und Verbandsrat Franz Maier aus Siegsdorf sahen sich nach der Versammlung des Zweckverbands für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung zusammen mit anderen Mitgliedern den Neubau an.

Die ILS steuert künftig die komplette Alarmierung von Rettungsdiensten und Feuerwehren in den Landkreisen Altötting, Berchtesgadener Land, Mühldorf und Traunstein. Das gaben der Verbandsvorsitzende, Traunsteins Landrat Hermann Steinmaßl, Verbandsgeschäftsführer Josef Gschwendner und künftige leitende ILS-Mitarbeiter in der Versammlung des Zweckverbands bekannt. Leiter der ILS wird Anton Groschack, Gerhard Jäkel sein Stellvertreter, während Siegfried Fritsch für die Systemadministration verantwortlich sein wird.

In der bisherigen Leitstelle für den Rettungsdienst in Traunstein-Haslach wechseln alle in die neue ILS. 14 Personen verfügen schon über alle notwendigen Qualifikationen. Die Fortbildung der restlichen acht Leute wird Ende des Jahres abgeschlossen sein. Dazu werden nach Worten Groschacks zusätzlich noch vier Disponenten eingestellt, die bereits fertig ausgebildet sind: „Das spart uns viel Geld." Ebenfalls viel sparen wird der Zweckverband bei den Gesamtkosten für die ILS. Gegenüber den ersten Kostenermittlungen bei der Projektfreigabe im April 2008 reduzierten sie sich um knapp 700 000 Euro, wie Verbandsgeschäftsführer Josef Gschwendner informierte.

Anhand von Fotos erläuterten die Fachleute wichtige Teile der ILS - die voll ausgestatteten Einsatzleitplätze, zusätzliche Ausnahmeabfrageplätze für Großschadensereignisse oder den zentralen Touch-Screen-Monitor, auf dem alle Notrufe landen. Anton Groschack und Josef Gschwendner gingen auf weitere Details der ILS ein. Für die Alarmierungsplanungen Feuerwehr entstand eine Projektgruppe, der unter anderem die vier Kreisbrandräte und dieLandratsämter angehören. Nach sechs Sitzungen geht man jetzt in die Feinabstimmungsphase.

Kleinere, sachbezogene Arbeitsgruppen werden bei den Alarmierungsplanungen Rettungsdienst geschaffen. Auch dieser Teil liegt voll im Zeitplan. Die echten Datenbanken stehen noch nicht zur Verfügung. Die Daten werden derzeit eingegeben und notwendige Tests sind erst im Echtsystem möglich.

Erfasst werden die Daten zum Beispiel aller Feuerwehren, aller Rettungsmittel bis hin zu Rettungshubschrauber und Rettungsbooten, der Kreisbrandräte, aller Kommandanten und vieles mehr. Die Zonenplanung beinhaltet 5500 Ortsteilzonen und über 1000 Sonderzonen, etwa die Gebirgsbereiche für die Bergwacht oder Seeareale und Flüsse für die Wasserwachten. Zu den Daten zählen weiterhin Dinge der Objektbeplanung, etwa für Krankenhäuser und Schulen. Sehr weit gediehen und im Zeitplan ist auch die technische Realisation, wie Siegfried Fritsch schilderte. Bis Anfang September solle das System voll funktionsfähig sein. Allerdings sei die Datenerfassung dann noch nicht abgeschlossen. Einiges andere ist noch zu tun, noch fehlen zum Beispiel die Funkmasten.

Die Schulung der acht Feuerwehrmitarbeiter läuft, ebenso die Feinabstimmung der Planung zwischen Rettungsdienst und Feuerwehr. Bei Projekttagen müssen die erfassten Daten auf Praxistauglichkeit gecheckt werden. Geschaffen wird noch eine spezielle Funkinfrastruktur, mit der alle ILS in Bayern miteinander vernetzt werden. Partner-ILS, etwa Rosenheim, können dann im Notfall alle Aufgaben der Leitstelle Traunstein übernehmen. Verbandsvorsitzender Hermann Steinmaßl stellte fest: „Man spürt, es wird gut gearbeitet. Ich habe ein gutes Gefühl mit dieser Mannschaft."

Der Bericht wurde uns von der Redakteurin Frau Kretzmer zur Verfügung gestellt- vielen Dank dafür!

 

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