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Einmal mehr zeigte sich die Notwendigkeit, dass eine dienstplanmässige Personalerhöhung in der Integrierten Leitstelle Traunstein in der Nacht zum Jahreswechsel absolut von Nöten ist. Nachdem sich vor Mitternacht das Einsatzaufkommen für Feuerwehren, Rettungsdienste und Polizei noch in Grenzen hielt, stieg ab Mitternacht die Einsatzintensität sprunghaft an und forderte die Einsatzkräfte nahezu im gesamten südoberbayerischen Raum bis in die Morgenstunden. Nachfolgend ein paar Einsätze ...
31.12.2011: Möglicherweise hat am Silvesterabend kurz nach 23 Uhr ein Feuerwerkskörper einen Brand auf einem Balkon im fünften Stock eines Wohnblocks im Ainringer Ortsteil Mitterfelden ausgelöst. Von dort aus griff das Feuer dann auf die Wohnung über, konnte aber von den Feuerwehren aus Ainring und den umliegenden Gemeinden rasch gelöscht werden. Bei dem Brand entstand laut Polizei ein Sachschaden in Höhe von rund 30.000 Euro. Das Rote Kreuz sicherte die Löscharbeiten mit 25 Sanitätern und zwei Ärzten ab, musste aber lediglich einen 25-jährigen Atemschutzgeräteträger mit Kreislaufproblemen versorgen. Verletzt wurde niemand, da die Bewohner zur Brandzeit nicht zu Hause waren. Die Traunsteiner Kriminalpolizei hat die weiteren Ermittlungen aufgenommen.
Um kurz nach 23 Uhr alarmierte die Integrierte Leitstelle Traunstein mit dem Einsatzstichwort „B4 - Brand Mehrfamilienhaus“ die Feuerwehren aus Ainring, Freilassing und Piding, die Unterstützungsgruppe Örtliche Einsatzleitung (UG-ÖEL) aus Bad Reichenhall, den Fachberater des Technischen Hilfswerks (THW) sowie das Rote Kreuz mit Notarzt, Rettungsdienst, Einsatzleiter und den Schnell-Einsatz-Gruppen (SEG´n) Ainring, Freilassing und Teisendorf. Als die ersten Rettungskräfte eintrafen, stand die Wohnung bereits in Vollbrand; es schlugen meterhohe Flammen in den Himmel.

Beim Eintreffen schlugen bereits Flammen aus der Wohnung
Nach Polizeiangaben war der Brand auf einem Balkon im fünften Obergeschoss des Wohnblocks in der Heubergstraße möglicherweise wegen eines verirrten Feuerwerkskörpers ausgebrochen. Durch die große Hitze zerbarsten die Scheiben der dahinterliegenden Wohnung und das Feuer breitete sich auf den Innenraum aus. Um das Treppenhaus und weitere Wohnungen rauchfrei zu halten, ging die Ainringer Feuerwehr im Erstangriff sofort mit ihrer Drehleiter von der Südseite gegen das Feuer vor. Mit einem D-Rohr begann ein Trupp unter schwerem Atemschutz vom Korb der Drehleiter aus mit der Brandbekämpfung. Zeitgleich ging ein weiterer Atemschutzrupp mit einem C-Rohr über das Treppenhaus bis vor die Brandwohnung und setzte einen Rauchvorhang, damit kein Brandrauch aus der Wohnung treten konnte. Die Einsatzkräfte suchten in der Wohnung nach Personen und gingen im Innenangriff gegen den Brand vor, den sie dann nach wenigen Minuten im Griff hatten.
Das Feuer konnte rasch abgelöscht werden; nur noch Glutnester mussten anschließend in der gesamten Wohnung und auf dem Balkon abgelöscht werden. Die zwischenzeitlich mit einem weiteren C-Rohr in Stellung gebrachte Drehleiter der Feuerwehr Freilassing musste nicht mehr eingreifen; sie diente den Einsatzkräften in der Wohnung für mögliche Zwischenfälle als zweiter Rettungsweg. Die Feuerwehr belüftete außerdem das Treppenhaus und die Brandwohnung mit einem Überdrucklüfter, um den Brandrauch aus dem Gebäude zu schaffen.
Wegen der anfangs unklaren Lage, der Größe des Gebäudes mit 30 Bewohnern und da nicht abschätzbar war, wie lange der Einsatz überhaupt dauern würde, forderte der Feuerwehr-Einsatzleiter weitere Atemschutzgeräteträger an. Daraufhin alarmierte die Leitstelle Traunstein zusätzlich die Feuerwehr Saaldorf, die mit zwei weiteren Fahrzeugen anrückte, jedoch nur noch auf Bereitschaft am Einsatzort stand. Da sich zum Zeitpunkt des Brandausbruchs niemand in der Wohnung aufhielt, wurden glücklicherweise keine Menschen verletzt. Das Rote Kreuz sicherte die Löscharbeiten mit 25 Sanitätern, zwei Ärzten und zehn Fahrzeugen ab, darunter die Schnell-Einsatz-Gruppen (SEG´n) Ainring, Freilassing und Teisendorf und die Unterstützungsgruppe Sanitätseinsatzleitung (UG-SanEL). Notarzt und Rettungsassistenten mussten lediglich einen 25-jährigen Atemschutzgeräteträger mit Kreislaufproblemen versorgen. Insgesamt waren etwa 80 Feuerwehrleute mit vierzehn Fahrzeugen, darunter zwei Drehleitern und acht Trupps unter schwerem Atemschutz im Einsatz. Die Polizei war mit zwei Streifen und dem Kriminaldauerdienst vor Ort und hat die Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen.
Wenige Minuten vor Neujahr: Durch das schnelle Eingreifen der Feuerwehr Grassau ging ein Wohnungsbrand in Grassau noch glimpflich aus. Aus Unachtsamkeit entzündete sich wenige Minuten vor dem Jahreswechsel in einer Wohnung in Grassau ein Christbaum, der sofort lichterloh brannte. Durch das schnelle Eingreifen der Feuerwehr Grassau konnte der Brand jedoch rasch abgelöscht und ein größerer Schaden verhindert werden. Trotzdem war die Beschädigung in der betroffenen Wohnung so groß, dass die Bewohner die restliche Nacht bei Freunden verbringen mussten. Verletzt wurde bei diesem Brand niemand, alle Bewohner konnten rechtzeitig das Haus verlassen.
01.01.2012: Eine so genannte Himmelslaterne hat in der Silvesternacht gegen 0.30 Uhr ein Vordach der Firma Reber in der Ludwigstraße in Brand gesetzt. Vermutlich durch den starken Regen ging das Feuer noch vor Eintreffen der Einsatzkräfte von alleine aus. Feuerwehr, Rotes Kreuz und Polizei mussten ausrücken. Die Polizei bittet nun um Hinweise dazu, wer den verbotenen Ballon gestartet hat.
Ein Passant hatte am Dachstuhl ein loderndes Feuer gesichtet und einen Notruf abgesetzt, woraufhin die Leitstelle Traunstein gegen 0.30 Uhr die Freiwillige Feuerwehr Bad Reichenhall und das Rote Kreuz in die Ludwigstraße schickte. Als die Einsatzkräfte in der Fußgängerzone eintrafen, konnten sie zunächst keine Zeichen für einen Brand finden. Erst als sie mit der Drehleiter den Dachstuhl kontrollierten, entdeckten sie auf einem Vordach eine bereits erloschene Himmelslaterne. Allem Anschein nach war das Feuer durch den starken Regen von alleine ausgegangen. Glücklicherweise wurde niemand verletzt und es entstand kein Sachschaden.
25 Einsatzkräfte der Feuerwehr waren rund eine halbe Stunde mit vier Fahrzeugen vor Ort. Vorsorglich rückte auch das Rote Kreuz mit einem Rettungswagen und dem Einsatzleiter aus. Da von Himmelslaternen eine hohe Brandgefahr ausgeht, ist es verboten, derartige Ballone steigen zu lassen. Wer dies dennoch tut, begeht nach Angaben der Reichenhaller Polizei eine Ordnungswidrigkeit nach der Verordnung zur Verhütung von Bränden. Nach bisherigen Erkenntnissen dürfte der Ballon im Bereich des Rathausplatzes gestartet worden sein.
Einmal mehr zeigte sich wie wichtig es ist, dass die ehrenamtlichen Helfer der verschiedenen Hilfsorganisationen auch an Silvester stets einsatzbereit sind, obwohl ihre Familien den Jahreswechsel alleine feiern müssen, wenn Bürger in Not geraten sind.
Berichte: FFW Ainring (Foto) / Polizeiinspektion Grassau und BRK KV BGL |