Bereits am 9. November 2011 wurde eine verletze Wanderin völliger Dunkelheit notärztlich versorgt - die Einsatzkräfte der Bergwachtbereitschaft Ruhpolding bringen die Frau mit einer mit Seilen gesicherten Gebirgstrage sicher durch ausgesetztes Gelände ins Tal.
Am Vormittag des 09.11.11 waren drei ältere Damen auf der Gurenwand bei Ruhpolding unterwegs. Beim Abstieg verletzte sich eine Bergsteigerin am Knöchel und konnte nicht mehr weiter absteigen. Die per Handy informierte Integrierte Leitstelle alarmierte gegen 16.00 Uhr den Einsatzleiter der Bergwacht Ruhpolding. Dieser konnte nur bedingt Kontakt mit der Melderin aufnehmen, da die Verbindung äußerst schlecht war. Der vom Einsatzleiter der Bergwacht angeforderte Notarzt Hubschrauber "Christoph 14" aus Traustein nahm am Tallandeplatz in Ruhpolding einen Bergretter auf und startete einen Suchflug, um die genaue Unfallstelle zu lokalisieren. Obwohl der Hubschrauber den Steig zur Gurenwand mehrmals abflog, konnte er im dichten Wald den Unfallort nicht erkennen. Daraufhin wurden der Bergretter und der Notarzt im Gipfelbereich abgesetzt, um über den Steig zur Unfallstelle zu gelangen. Anschließend flog "Christoph 14" noch 4 weitere Einsatzkräfte und das Rettungsgerät auf den Berg.
Im Bild die "Gurenwand"
Auf Grund der einbrechenden Dunkelheit musste der Hubschrauber seinen Einsatz beenden. Parallel dazu machte sich vom Tal aus eine weitere Rettungsmannschaft in Richtung Gurenwand auf. Diese erreichte nach ca. einer Stunde Aufstieg die verunglückte Person und konnte erste Maßnahmen einleiten. Kurze Zeit später kam auch die Mannschaft vom Gipfel zur Unfallstelle. Der Notarzt, der mit der Bergwacht Mannschaft abgestiegen war, konnte die Patientin nun erstversorgen. Der Himmel war durch den Vollmond voll erleuchtet, trotzdem war der Steig im Wald vollkommen dunkel. Nur im Schein der Stirnlampen wurde die Patientin mit der Gebirgstrage und durch Seile gesichert auf dem ausgesetzten Steig ins Tal gebracht. Um 21.00 Uhr wurde nach ca. 2 Stunden Abstieg die Verunfallte dem Rettungswagen übergeben und ins Krankenhaus gebracht. Auch ihre Kameradinnen wurde mit einer Stirnlampe ausgestattet und am Seil gesichert ins Tal geführt.
Insgesamt waren 12 Einsatzkräfte der Bergwacht Ruhpolding etwa 5 Stunden gefordert. Während dieser Aktion zeigte sich wieder einmal, dass die moderne Technik zwar sehr hilfreich ist, sie aber nicht immer uneingeschränkt verwendet werden kann. So ist es nach wie vor wichtig, auch die althergebrachten Methoden ohne „viel Technik“ zu beherrschen.