Erstmals bilaterale Großübung im Katastrophenschutz

Der Landkreis Berchtesgadener Land wird zusammen mit der Bezirkshauptmannschaft Zell am See am Samstag, 15. Oktober, eine grenzüberschreitende Katastrophenschutzübung mit insgesamt circa 500 Einsatzkräften durchführen.

Damit findet zum erstenmal überhaupt eine gemeinsame Vollübung der im Katastrophenschutz mitwirkenden Behörden und Organisationen im Landkreis Berchtesgadener Land und der Bezirkshauptmannschaft Zell am See statt. Mit solchen Großübungen im deutsch-/österreichischen Grenzgebiet soll eine verbesserte, bilaterale Zusammenarbeit der Einsatzorganisationen erreicht werden, um im Ernstfall gemeinsam eine effektive Gefahrenabwehr betreiben zu können.

Pressemitteilung Landratsamt Berchtesgadener Land:

Die Übung findet von 9.30 bis ca. 15 Uhr auf dem Gebiet der Gemeinden Schneizlreuth, Ortsteil Melleck, und Unken statt. Es werden insgesamt vier Schadensszenarien beiderseits der Grenze dargestellt. Die zuständigen Behörden weisen darauf hin, dass speziell in Melleck von Freitagnachmittag (14. Oktober) bis Samstagabend (15. Oktober) aufgrund der notwendigen Auf- bzw. Abbauarbeiten sowie des Übungseinsatzes mit Behinderungen für den Straßenverkehr auf der B21 zu rechnen ist. Konkret bedeutet dies, dass wegen der Sperrung des Wendelbergtunnels der Verkehr über die alte Passstraße umgeleitet wird. Die Bevölkerung und die Verkehrsteilnehmer werden deshalb um Verständnis für mögliche Verkehrsbeeinträchtigungen gebeten.

In der ersten Übungsannahme kommt es um 9.30 Uhr im Wendelbergtunnel zu einem Verkehrsunfall. Mehrere zum Teil verletzte Personen flüchten aus dem verrauchten Tunnel und irren zum Teil orientierungslos umher.

Gegen 11.15 Uhr stürzt dann, so das zweite Szenario, ein Kleinflugzeug in der Nähe des Nordportals des Wendelbergtunnels in den Wald. Beim Aufprall entzündet sich auslaufender Treibstoff und setzt den angrenzenden Wald in Brand.

Durch konstruiertes Fehlverhalten von Verkehrsteilnehmern im Stau vor dem Nordportal ereignen sich zudem mehrere Auffahrunfälle. Um 12.15 Uhr kommt schließlich ein voll besetzter Reisebus ins Schleudern und stürzt eine Böschung hinunter. Die Fahrgäste sind zum Teil verletzt und stehen unter Schock. Auslaufende Kraft- und Betriebsstoffe sickern ins Erdreich.

Aufgrund der Verkehrsunfälle und des Flugzeugabsturzes rund um den Wendelbergtunnel versuchen mehrere Fahrzeuglenker den entstandenen Stau im Bereich Grenzübergang-Tankstelle zu umfahren. Im weiteren Verlauf der Katastrophenschutzübung kommt es gegen 13 Uhr auf österreichischer Seite zu einem Zusammenstoß zwischen einem Kleinbus und einem Tankfahrzeug, das Gefahrgut geladen hat. Der Kleinbus hat sich überschlagen, und es gibt mehrere Verletzte. Das Tankfahrzeug wird bei dem Unfall leicht beschädigt. Ein Unfallzeuge meldet, dass aus dem Tankwagen Flüssigkeit austritt.
 

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