Täglich laufen in der Integrierten Leitstelle hunderte Notrufe auf - Interne Erkrankungen, Verletzungen, Technische Hilfeleistungen für die Feuerwehren sind an der Tagesordnung - aber zwei Einsätze in den letzten Tagen waren doch "ausserhalb" der Norm. Glücklicherweise gingen sie für die Betroffenen ohne Schäden ab - vielleicht auch deshalb, weil die Disponenten in der Leitstelle auch auf solche nichtalltäglichen Ereignisse vorbereitet und geschult sind.
Montag Abend, Notrufeingang am Disponenten Platz 6: eine sichtlich aufgeregte Anruferin teilt dem Disponenten mit, ihr Sohn liege bewußtlos und stranguliert am Boden. Schnell hat er die Situation erkannt, gibt mit wenigen Tastenkürzeln die genaue Ortsangabe und das Meldebild ein, schon bekommt der Rettungsdienst-Disponent den Einsatz auf seinen Monitor übertragen und alarmiert die Rettungsmittel (Rettungswagen und Notarzteinsatzfahrzeug) aus Trostberg. Zeitgleich weist der Disponent die aufgeregte Mutter an, was bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes zu tun ist, damit keine wertvolle Zeit vergeht. Atmung kontrollieren, die - wie sich im Nachhinein herausstellte - um den Hals geschlungene Hängematte entfernen und mit der Wiederbelebung beginnen. Als kurz nach Eintreffen des Rettungsdienstes über Funk die Meldung kam: "Kind wieder ansprechbar, Anmeldung auf der Kinderintensivstation Traunstein zur Beobachtung", konnten alle am Einsatz beteiligten erleichtert aufatmen - ging doch dieser Einsatz "ausserhalb der Norm" glücklich aus.
Hier der Pressebericht der Polizei: Beinahe tödlich ging der "Jux" eines 13-Jährigen aus. Er wickelte sich seine Hängematte um den Hals und rutschte dabei vom Bürostuhl. Der Schüler musste wiederbelebt werden.
Am Montag, den 18. Juli, wäre in den frühen Abendstunden ein 13-jähriger Schüler durch einen Unglücksfall fast zu Tode gekommen, hätte ihn seine Mutter nicht noch rechtzeitig aufgefunden. Der Junge hatte sich beim Spielen in seinem Zimmer aus Jux eine Hängematte um den Hals gewickelt, war in dieser Situation mit seinem Bürostuhl weggerutscht und strangulierte sich bis zur Bewusstlosigkeit.
Glücklicherweise hatte seine Mutter ein lautes Geräusch gehört und kurz darauf nach ihm gesehen. Der sofort verständigte und sehr schnell eingetroffene Notarzt konnte den jungen Mann wiederbeleben, so dass keine bleibenden Schäden zu erwarten sind. Nach der Reanimation wurde der Schüler ins Krankenhaus Traunstein eingeliefert.
Auch am Mittwoch ereignete sich ein Einsatz, der so nicht alltäglich ist - aber immer wieder vorkommt. Hier der Bericht des Rettungsdienstes (BRK KV BGL):
Ein Arbeiter ist am Mittwochvormittag im Berchtesgadener Klärwerk verletzt worden: Der Mann stand nach eigenen Angaben rund 20 Sekunden lang unter Strom mit einer Spannung von 400 Volt.
Nach Angaben der Berchtesgadener Polizei ereignete sich der Betriebsunfall gegen 9 Uhr bei Elektroinstallationsarbeiten in der Kläranlage Der Elektroinstallateur wollte aus dem Bodenraum eines Schaltkastens eine unzugängliche alte Verkabelung entfernen. Dabei berührte er mit der Stirn eine unter 400 Volt stehende Stromschiene. Glücklicherweise kam unmittelbar darauf sein Mitarbeiter in den Raum und sah seinen Kollegen zuckend am Boden liegend. Geistesgegenwärtig trennte er sofort die Anlage vom Strom und setzte bei der Leitstelle Traunstein einen Notruf ab, die sofort das Rote Kreuz mit einem Rettungswagen und dem Berchtesgadener Notarzt losschickte.
Als die Einsatzkräfte antrafen, war der Mann bereits wieder ansprechbar. Nach medizinischer Erstversorgung musste er zur weiteren Beobachtung in die Kreisklinik Berchtesgaden gebracht werden.