Am Donnerstag, den 09.06.2011 wurden die Feuerwehren Bad Reichenhall mit dem Löschzug Marzoll und Piding zu einem Gefahrguteinsatz auf den Autobahngrenzübergang Walserberg alarmiert. Aus einem türkischen Sattelzugauflieger trat eine kleinere Menge einer unbekannten Flüssigkeit oberhalb der hinteren Achsen aus. Der Fahrer hatte bereits seit geraumer Zeit versucht, diesen Stoff zu binden. Durch die eingeatmeten Dämpfe klagte er über Atembeschwerden und wurde vom BRK versorgt.
Um 15.08 Uhr wurde die Feuerwehr von der Polizei angefordert. Aufgrund des Stichwortes "THL-Chemie" kamen gesamt 13 Fahrzeuge und ca. 70 Mann der beiden Feuerwehren zum Einsatz, dazu noch umfangreiche Kräfte von BRK. Als erste Maßnahmen wurde der Parkplatz weiträumig abgesperrt, der Brandschutz sichergestellt und ein erster Trupp mit CSA zur Erkundung ausgerüstet. Erste Messungen brachten keine Feststellungen (weder Ex-Gefahr, noch Säureaustritt). Da es sich um einen Stückguttransport mit den verschiedensten Verpackungen handelte, war eine Feststellung, um welchen Stoff es sich handelte, zunächst nicht möglich.

Dazu war laut der Frachtpapiere nur ein Gefahrstoff geladen, dabei handelte es sich jedoch um einen pulverförmigen Stoff in 160-Kg-Gebinden. Genauere Erkenntnisse konnte somit nur durch Entladen des LKW gewonnen werden. Als weitere Maßnahme wurde inzwischen die Deko-Stelle eingerichtet und von der FF Piding betrieben. Von der Atemschutzsammelstelle wurden gesamt 12 PA-Träger unter CSA verschiedener Schutzstufen eingesetzt. Mit Hilfe eines Laders wurde die Ladung Stück für Stück abgeladen und schließlich das leckgeschlagene Behältnis gefunden. Es handelte sich um einen 1.000-Ltr.-Plastiktank, der am Boden ein Loch aufwies. Als Stoff konnte nun "MIRAMER M 3130" identifiziert werden, welcher als Gefahrstoff eingestuft ist. Bei Kontakt führt dies zu Reizungen der Haut und der Atemwege. Der Rest der Flüssigkeit wurde in einen Reservebehälter der FF Bad Reichenhall umgepumpt. Ab ca. 18.00 konnten die Kameraden der FF Piding aus dem Einsatz gelöst werden, die letzten Kräfte aus Bad Reichenhall rückten gegen 20.00 Uhr ein.

Zu einer weiteren Alarmierung gegen 18.30 wurden die restlichen Kräfte der FF Bad Reichenhall mit dem Löschzug Karlstein und die FF Bayerisch Gmain gerufen. Eine verdächtige Rauchentwicklung im Bereich der Padinger Alm stellte sich als Fehlalarm heraus. Nachdem nur Minuten nach diesem Alarm eine dringende Wohnungsöffnung in Marzoll von der ILS gemeldet wurde und alle Kräfte der FF Bad Reichenhall im Einsatz waren, rückten die Kameraden aus Piding zur Unterstützung an.
Pressebericht der FFW Bad Reichenhall - SBI Gabriel / Bilder: BRK KV Bad Reichenhall