Ärztliche Leiter Rettungsdienst bestellt - ab Januar 2011 geht es los ...

Ab 2011 werden drei Ärzte im Rettungsdienstbereich Traunstein (bestehend aus den Landkreisen Altötting, Berchtesgadener Land, Mühldorf am Inn und Traunstein) zum „Ärztlichen Leiter Rettungsdienst (ÄLRD)“ bestellt. Damit findet eine weitere Neuregelung des neuen Bayerischen Rettungsdienstgesetzes von 2009 die praktische Umsetzung. Für alle 26 Rettungsdienstbereiche in Bayern soll eine solche Arbeitsgruppe geschaffen werden, um mit ärztlicher Fachkompetenz als Schnittstelle in der Notfallversorgung zu fungieren.

Die langjährig bereits als Notärzte tätigen Dr. Ludwig Gutermuth, Joaquin Kersting und Dr. Michael Eisert wurden zum 01.01.2011 von Herrn Landrat Hermann Steinmaßl (Verbandsvorsitzender des ZRF Traunstein) als ÄLRD berufen.

Etwa einmal im Monat wollen sich die Ärzte zusammensetzen, „je nach Problemlage kann das aber auch einmal häufiger sein“, erklärt Joaquin Kersting, bisheriger Leitender Hubschrauberarzt des "Christoph 14" und künftiger Sprecher der ÄLRD-Arbeitsgruppe. Das erste Treffen fand bereits im Dezember in der Integrierten Leitstelle (ILS) Traunstein statt. Die Ärzte müssen sich nun einem vielfältigen Aufgabenbereich widmen. Die Durchführenden des Rettungsdienstes hatten bislang keinen ärztlichen Ansprechpartner beim Zweckverband für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung Traunstein. Die neue Funktion des ÄLRD sei damit aus der Notwendigkeit heraus geboren. Nun sind die drei Ärzte mit Weisungsbefugnis verbindliche Ansprechpartner für alle Seiten, ob Krankenhaus, Hilfsorganisationen oder Integrierte Leitstelle. Dabei wollen sie den Kollegen aber nicht die Handlungsweisen diktieren, sie sähen sich viel mehr in einer Vermittlerrolle, als Moderatoren, wird betont. „Wir waren ja auch vorher schon die natürlichen Ansprechpartner, nur noch nicht offiziell“, fügt Joaquin Kersting hinzu. In Zukunft werden die ÄLRD auch für Politik und Verwaltung Anlaufstelle sein. Gemeinsame Fortbildungsveranstaltungen wollen Dr. Ludwig Gutermuth, Joaquin Kersting und Dr. Michael Eisert planen. „Wir können auch bei der Dokumentation gemeinsame Wege gehen“, schlägt Dr. Gutermuth vor, auch die Organisation lasse sich vereinheitlichen.

Joaquin Kersting erhofft sich auch neue Möglichkeiten im Qualitätsmanagement. „Man kann oft nicht messen, was draußen passiert“, hierbei könnte die Arbeitsgruppe der ÄLRD Abhilfe schaffen, meint der Hubschrauberarzt. Dennoch könne nicht alles vereinheitlicht werden, wissen die Notärzte, weil alle Verbandslandkreise unterschiedliche Gegebenheiten mitbringen. „Mein Kollege im Berchtesgadener Land sieht viel mehr Berge, dafür hat er keine chemische Industrie“, beschreibt Dr. Gutermuth die Unterschiede der Einsatzfelder im Zweckverbandsbereich Traunstein.

Josef Gschwendner, Geschäftsführer des Zweckverbandes für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung Traunstein, erwartet Verbesserungen auch im Beschwerdemanagement. Wenn beispielsweise Unstimmigkeiten zwischen Durchführenden bestehen, kann in Zukunft die Arbeitsgruppe ÄLRD als neutrale Stelle beigeschaltet und eine sachliche Stellungnahme abgeben werden.

Bis zu ihrer offiziellen Bestellung als ÄLRD mussten Dr. Gutermuth, Kersting und Dr. Eisert ein umfangreiches Bewerbungsverfahren durchlaufen, bei dem im Rahmen eines Assessment Termins je 60 Seiten Gutachten über die Kandidaten entstanden. Nun erwartet die ÄLRD eine zweijährige Ausbildung, die sie für ihre neue nebenamtliche Tätigkeit rüsten soll. Die ÄLRD erhalten für ihre Arbeit lediglich eine Aufwandsentschädigung. „Damit ist die Position nur in geringem Maß aus monetären Gesichtspunkten interessant“, stellt Josef Gschwendner klar, „es braucht Leute, die das aus Überzeugung machen.“ Schon im nächsten Jahr wollen die ÄLRD gemeinsame Fortbildungsmaßnahmen angehen. „Das ganze ist aber mittelfristig angelegt, wir werden nicht in einem Jahr alle Probleme lösen“, bittet Joaquin Kersting um Geduld. „Das ist auch das Gute, nicht bloß schnell etwas ändern, sondern ein stimmiges Konzept erarbeiten“, sei das Ziel. Bei allen Neuerungen im Rettungsdienst geht es jedoch nicht darum, Stellen oder Arbeitskräfte zu sparen. „Wir haben keine Überversorgung, es geht jetzt um die Prozessoptimierung“, erklären die Ärzte.

Die ÄLRD-Arbeitsgruppe wurde offiziell zum 01.01.2011 durch den Zweckverband für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung Traunstein bestellt

Erste-Besprechung

(v. l. Josef Gschwendner, Geschäftsführer, Gerhard Jäkel, stellv. Leiter der ILS, Dr. Ludwig Gutermuth, Joaquin Kersting, Dr. Michael Eisert)
 

Webcam Ramsau

Webcam Ramsau

DWD UNWETTERWARNUNG

© Deutscher Wetterdienst, Offenbach (DWD)

WETTER HEUTE / MORGEN

Das Wetter heute
Das Wetter morgen

Keine Angst vorm Defi:

Herz in Not
Copyright © 2012 by ILS Traunstein