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Als wir letzte Woche vom Besuch der Kollegen der Landeswarnzentrale Salzburg berichteten, konnte niemand ahnen, daß die Zusammenarbeit beider Leitstellen schon bald benötigt würde. Bei einem Großbrand in Unterau bei Berchtesgaden entstand am Donnerstag in den frühen Morgenstunden ein Millionenschaden - die Aufräumarbeiten dauerten noch bis in die Nachtstunden an.
Um 4:15 Uhr ging bei der Einsatzzentrale der Polizei ein Notruf eines Anwohners in Gartenau ein, dass in der Nachbarschaft ein Gebäude brennen würde. Die Integrierte Leitstelle Traunstein alarmierte daraufhin ein Großaufgebot der Feuerwehren Berchtesgaden mit den Löschzügen Au und Maria Gern, Bischofswiesen, Marktschellenberg, Ramsau, Schönau und Königssee sowie das Rote Kreuz. Die alarmierten Feuerwehren fanden einen Dachstuhlbrand bei einem Gewerbebetrieb vor. Die umfangreichen Löscharbeiten zogen sich über mehrere Stunden hinweg. "Das ist der größte Brand, den wir seit vielen Jahren hatte", bilanzierte gegen 8.30 Uhr, als gerade die letzten Glutnester gelöscht wurden, Einsatzleiter Anton Brandner von der Feuerwehr Berchtesgaden. Durch das Feuer bildeten sich tiefschwarze Rauchwolken. Vorsorglich wurde über Rundfunk eine Warnmeldung für die Nachbarschaft veranlasst, Fenster und Türen geschlossen zu halten. Kräfte der Polizeiinspektion Berchtesgaden sperrten die Einsatzstelle großräumig ab. Mit einem Messwagen der Feuerwehr Altötting wurde die Schadstoffkonzentration in der Luft gemessen, wobei sich aber keine kritischen Werte ergaben. Im weiteren Verlauf wurden die Feuerwehren Bayerisch Gmain, Hallein mit dem Löschzug Bad Dürrnberg und das Landesfeuerwehrkommando Hallein nachalarmiert, da zusätzliche Atemschutzgeräteträger an der Einsatzstelle benötigt wurden. Eine Frau erlitt einen Schock und musste vor Ort notärztlich behandelt werden. Ein Feuerwehrmann mit einer Verbrennung an der Hand wurde zur weiteren Behandlung ins Krankenhaus Hallein eingeliefert. Ein Mitarbeiter einer benachbarten Firma erlitt eine Rauchgasvergiftung und musste zur Kreisklinik Berchtesgaden transportiert werden. Das Rote Kreuz kümmerte sich auch um die Verpflegung der Einsatzkräfte, wobei insgesamt 350 Brotzeiten ausgegeben wurden. Durch das Feuer wurde die Werkshalle der Firma für Formenbau und einige hochwertige Produktionsmaschinen weitgehend zerstört. Erste Schadensschätzungen belaufen sich auf über eine Million Euro. Die Kripo Traunstein hat die Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen. Auch ein Brandgutachter des Bayerischen Landeskriminalamtes wurde hinzu gezogen. Im Einsatz waren 210 Einsatzkräfte der umliegenden Feuerwehren, auch aus dem benachbarten Österreich. Das Rote Kreuz war mit 17 Sanitätern, zwei Notärzten und sieben Fahrzeugen vor Ort, darunter der Rettungsdienst, die Schnell-Einsatz-Gruppe (SEG) Berchtesgaden und die Sanitätseinsatzleitung.
(Bericht & Bilder BRK KV Berchtesgadener Land / Polizeipräsidium Oberbayern Süd)
      
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